Ni-tsu La-ut

Ni-tsu Laut 

Es ist nicht viel über die Vergangenheit von Meister Ni-tsu La-ut bekannt. Sein Elternhaus stand in der Nähe der alten Stadt Hue in Vietnam und als Geburtsjahr ist 1908 anzunehmen. Als junger Mensch arbeitete er lange als Landschaftsgärtner in Kyoto. Entscheidende Jahre seines Erwachsenenlebens muss er im Himalaja verbracht haben, bis ihn kriegerische Auseinandersetzungen und der Verlust seiner kompletten Familie auf eine vollkommen neue Lebensbahn brachten.
Es folgten offenbar lange Jahre des Reisens über mehrere Kontinente. Dabei übte er mehrere Berufe vor allem im Bereich Heilwesen aus, um schließlich wieder als Landschaftsarchitekt tätig zu sein.
Seit einigen Jahren lebt Ni-tsu La-ut dauerhaft sesshaft in Europa. Er beteiligte sich an verschiedenen workshops und Projekten auch im Umfeld der Werkstatt Ogonjok. Nach Aufgabe seiner beruflichen Tätigkeit lebt er die meiste Zeit in seiner abgeschiedenen Einsiedelei in den waldigen Hügeln, jedoch ist ihm das Reisen und Pilgern nie leid geworden.

„Blick aus dem Fenster“ ist eins seiner typischen kurzen Gedichte und erinnert daran, dass er die alte Literatur des Zen und das klösterlichen Leben studiert hat.

 

Blick aus dem Fenster

Der Reis auf dem Feld
lange her gepflanzt.
Ich kochte Reis
und immer gern für mehr.

 ∏

Helge Heynold liest

achtzehn Blütenblätter

aus „Die Bedeutung des Regens für mein Zen“ von Ni-tsu La-ut


Π

wir danken Ni-tsu La-ut für seine Veröffentlichungen 2011:

„Moleküle der Gerechtigkeit“ und
„Die Bedeutung des Regens für mein Zen“

Von Ni-tsu La-ut selbst so bezeichnetes „einzig wahres Gedicht“ ist der „Wanderstab“

 

Wanderstab

Aufgerollt in einer zarten kleinen Erbse
begann ich mein Wachsen
wand mich in zwei Pole
mit Wurzel und Blatt
streckte und verzweigte mich
bildete strebenden Kern
und schützende Rinde
nahm die Gezeiten
von Tag und Nacht
kalt und heiß
trocken und feucht
in mich auf
und zögerte nie
mich zu entrollen in den Lauf der Jahre.
Fest und stark wurde ich,
doch nie der Zartheit vergessend, also biegsam.
Ich kam auch zur Blüte
traf auch eine Gefährtin
warfen wir viele zarte kleine Erbsen
in den Sommerwind.
Dann kam der Meister mit seinem Schüler.
Ich hörte nur noch:
„Den schneiden wir, der wird ein guter
Wanderstab.“

 

Viele Geschichten ranken sich um den Bücherschirm  – hier gibt es mehr:

http://www.werkstatt-ogonjok.de/20.html


Lass doch, lächelte er, muss ich immer etwas sagen?

Alles was ich sagen wollte steht in den Heften.

 

Leseprobe Moleküle der Gerechtigkeit:

Faksimile Moleküle

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