Robert Weiner

 

 

Robert Weiner, Jahrgang 1953 lebt und arbeitet als Fotograf, Grafiker und gräflicher Pädagoge in der Nähe eines großen Naturschutzgebiets. In der Werkstatt Ogonjok nahm er seit Beginn der Initiative vielfältige Aufgaben wahr, wirkte poetisch schaffend sowie als Bildgestalter an vielen künstlerischen Projekten mit.

 

Im Jahre 2012 trat Robert Weiner mit zwei Schwerpunktwerken an die Öffentlichkeit, die beide mit spektakulären künstlerischen Darstellungsformen einhergehen.

Stock und Hut und Gedankengut ist beides, Installation und Buch.
(link zur landartpoetry)

Spuren aus der Zukunft konzentriert sich auf stark gedankliche Lyrik, jedoch bezieht es die Körperlichkeit durch eine angeschlossenes Mitmach-Happening mit ein.
(link zur landartpoetry)
Robert Weiner, dessen frühere Werke zum Teil noch erhältlich sind, („Lass Pflanzen und Winde sprechen“ und „Komm oder geh – und lächle“) wird seine vielseitigen Kräfte und sein Ideenpotential weiterhin der Werkstatt Ogonjok zur Verfügung stellen.
Gleichzeitig arbeitet er an verschiedenen bildnerischen Projekten und einem eigenen Oratorium. Nach wie vor betreut Robert Weiner mit der Gruppe tent du monde diese außergewöhnliche Wanderausstellung.

Das vielfältige Werk der Offensive profitiert einmal mehr.

Die aktuellen Bücher 2012 von Robert Weiner

Stock und Hut und Gedankengut

Robert Weiner
Stock und Hut und Gedankengut
Darmstadt, 2012
164 Seiten mit vielen Bildern   

 

 

 

Darmstadt 2012  160 Seiten

 

Ein Beispiel

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Gedicht: Hallo dem Moment

hessischer Rundfunk 2013 – gelesen von Helge Heynold

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Robert Weiner Stock und Hut und Gedankengut

aus dem Nachwort

In diesem neuen Buch erleben wir wieder, wie Bilder zu Gedichten werden, Gedichte sich zu Bildern wandeln, wie Momente in der Natur zu weisen Erkenntnissen führen und einfaches Lassen und Genießen zu Klängen stiller Meditation wachsen.

(aus einem Gespräch im Dezember 2011)

(P. Ogonjok) F: Wie kam es zu den Ideen für die Gedichte und
das Projekt Stock und Hut und Gedankengut?

(R. Weiner) A: Schon geraume Zeit arbeitete ich an Gedichten,
die in Bild und Sprache die elementaren Formen der
poetischen Ausdrucksweise kombinieren. Auf engstem
Raum soll ein geistiges Ereignis entstehen, das gewissermaßen
innerlich aufwachen lässt. Die Skulpturen unterstützen das,
indem sie begreifbar, materiell spürbar und konkret dastehen.

F: Das heißt, die Gedichte können allein für sich stehen?

A: So ist es. Dabei war von Beginn an geplant, die Gedichte
in einer  Form zu gestalten, die den gewöhnlichen Rahmen sprengt, daher die Installation im öffentlichen Raum.

F: Nun denkt man, nach dem Überraschungseffekt, bei den
Hüten und Stöcken an behüten, beschützen einerseits,
bei den Stöcken auch an stützen, balancieren, den Weg
finden, und weiter eben auch an Alter und Vergänglichkeit.

A: Richtig, behütet kann man sich fühlen, durch Worte und
Bilder, die Hoffnung machen, durch sinnstiftende Gedanken.
Und was die Stöcke oder Krücken angeht, so ist auch
diese Funktion der lyrischen Darstellung klar umrissen.
Es gäbe einiges über die Spender der Objekte zu sagen, die
unwillkürlich Aussagen machen über das Alter, den Tod,
und was Verstorbene lehren und hinterlassen. Wer kann
Tod ohne Geburt denken? Aber das ist lediglich eine Art
archetypische Lichtquelle, letztlich ein weiterer Türöffner
für Zugang zu poetischem Sehen, als Ganzes verstanden.

F: Obwohl die Gedichte einem konkreten Aufbau folgen und auch einer inneren Choreographie gehorchen gibt es keine bestimmte Reihenfolge sie zu lesen?

A: Sicher, wir haben da völlige Freiheit. Die Landkarte erschließt sich beim Lesen. Gewiss wird man auch viele der Gedankengut-Moleküle
mehr als einmal zur Hand nehmen…

F: Es wird oft mit vieldeutigen elementaren Ausdrucksweisen
gearbeitet. Verstehen erscheint als nicht eindeutiges Wissen?

A: Gedichte sind Augenblicksfrüchte. Man kann nie genug von
ihnen haben, und sie verändern sich ständig. Das gilt sowohl
für das Enstehen beim Schreiben als auch für das Lesen, wenn
wir einen Text in die Gegenwart unseres Bewusstseins tragen.

F: Dem kommt entgegen, keine langen Geschichten erzählen zu wollen?

A: Sich wenigen, kurzen Worten anzuvertrauen, darin liegt eine enorme Chance. Man braucht etwas Mut zur kleinen Form, zum Dreizeiler, Vierzeiler, zum nichtreimenden Alltagssatz. All das dient dann enorm der lyrischen Kreativität beim Lesen, die letztlich keine Grenzen kennt.

F:  Also über eine poetische Reduktion, gezielte Naivität, wenn das kein Widerspruch ist, zur poetischen Beherrschung einer Welt?

A: Die elementaren Formen der poetischen Ausdrucksweise sind frei.
Einige Elemente sind bisher kaum explizit benannt worden.  Hier haben wir ein paar Anregungen zu Struktur und Möglichkeiten des Poetischen, die an der Zeit sind, zugleich offengelegt und doch noch ein wenig versteckt.

F: Das Projekt „Stock und Hut und Gedankengut“ als Installation
scheint eine Art Neudefinition der Lyrik anzustoßen, zumindest
kann es wieder Interesse wecken, auf neue Richtungen hinweisen.

A: Sicher steht das als Hintergedanke im Raum, auch wenn ich
damit zufrieden bin, nur an zwei, drei, vier Orten für eine
Anregung zu sorgen. Was soll es schöneres geben als nur
einen Menschen, mit dem man Verstehen teilen kann?

F: Aus der Aussage kann ich schließen, dass häufig das
Gegenteil die Regel ist. Ich kann mir vorstellen, dass es
ein Problem darstellt, Gedichte zu schreiben und genau
zu wissen, ein Großteil der Leute versteht sehr wenig,
um nicht zu sagen, dass sie nichts damit anfangen können…

A: Ja, Fluch und Segen des Gedichts. Wir kennen hier nicht die
komfortable Eindeutigkeit der Mathematik. Poesie kann
und muss gelegentlich phantastisch und mehrdeutig sein.
Darin liegt aber auch die große Chance, dass in der Poesie
jeder Leser selbst etwas entwickelt, in seinem  eigenen
Bewusstsein Sinn, Wissen und Schönheit erschaffen werden.
Diese seltenen Perlen können wachsen und rechtfertigen alles.
Da ist Unverstand oder Ignoranz, die bei manchen Menschen
entstehen einfach der Vielfalt geschuldet und in Kauf zunehmen.

F: Du meinst, es entsteht kein Schaden.

A: Genau, doch wer sich um Verstehen bemüht, dem
winken Freude, Anregung, Hoffnung, Inspiration.

 

Leseprobe Stock und Hut und Gedankengut:

Leseprobe

 

Leseprobe Spuren aus der Zukunft:

Faksimile Spuren

Ein Gedanke zu “Robert Weiner

  1. „Schlaf ein an einem Sommerabend“
    Es ist wie eine Antwort auf eine Frage in mir, die ich vorher noch nicht wusste, nur irgendwie ahnte in der Orientierungslosigkeit meiner aktuellen Lebensphase:
    Diese friedvolle, liebevolle und zärtliche Achtsamkeit.
    In diesen Worten empfinde ich die Ruhe und Stille eines endlosen Augenblicks in der ich mich geborgen und beschützt fühlen und loslassen und überlassen kann
    wie auch selbst über einen Liebsten wachen und mir selbstund ihn umsorgen darf
    wie ich auch selbst allem in meiner Umwelt so gern viel mehr begegnen möchte…
    Danke, ich bin tief berührt und mir wieder näher.

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