Ein Haus für die Erde

Eine Struktur für das Haus der Erde 
mit Hilfe des Wassers

Gedanken von Kosmonaut Pjervoj

 

In den letzten Tagen bin ich häufig mit eigenartig neuen Anschauungen um die Erde gekreist. Jede Umrundung des blauen Planeten hat ihren eigenen Charakter, und oft musste ich an funkelnde Augen denken – und an das Wasser.

Wasser wirkt seit allen Zeiten als Mutter des Lebens  – Wasser allein reicht, um das Ganze zu verstehen, und so auch Erde, Sonne und alles zu schätzen und zu lieben.

Nun war mein Auftrag, mich auf die Suche zu begeben nach Strukturen und lohnenswerten Aufgaben auf jenem Planeten Erde unter mir. Der Griff zum Wassermolekül lag nahe, nicht nur aus emotionalen und ästhetischen, sondern auch aus formalen – es sollte möglichst einfach sein – Gründen.

Unsere Vision vom Haus der Erde hat sicher viele Facetten. Auf den folgenden Seiten ein kleiner Denkanstoß. Ausgehend von der H2O Struktur habe ich die Bauteile des Hauses der Erde, wie ich sie zur Zeit sehe, hinzugefügt und geordnet.

Wenn wir das Molekül aus O und zwei H stilisieren könnte das so aussehen:

 Verwenden wir dieses elementares Modell für ein Haus der Erde. Die Struktur des Wassermoleküls lässt an ein Ganzes aus drei Elementen denken, die sich ideal ergänzen. Dem O, der große Kreis, könnte man das eigentliche Ziel zuordnen, und die zwei flankierenden H würden das Ganze dialektisch unterstützen, materielle und lebendige Voraussetzungen liefern und den Dreiklang des Zusammenspiels des Ganzen hervorrufen. 

Eine räumliche Vision

Wenn wir Gelegenheit hätten, selbst als Architekten unser Haus zu entwerfen, würde in Anlehnung an das Wassermolekül ein Grundriss wie unten skizziert entstehen.

Im Idealfall würde der große zentrale Raum rund sein. Die Seitengebäude dürften rechtwinklig oder anderswinklig sein.

Jedoch die Einzelheiten zählen nicht weiter. Es geht um eine strukturelle Gestalt, das heißt wir können auch vorhandene Gebäude und Gelände im Sinne dieser Gestalt prüfen und nutzen.

Das Haus wird vollendet sein, wenn die drei Gebäudeteile in Einklang arbeiten.

Das Haus der Erde ist eine sehr einfache und zugleich sehr komplexe Institution. Die drei Gebäude für sich bilden ein Ganzes, doch es gibt viele Zimmer und Wege.

Der Eingang ins Haus der Erde lässt sich finden wenn man alle drei Gebäude kennen gelernt hat. Jeder trägt zur Effizienz aller Häuser selbst bei, und es bedarf tatsächlich einer Menge Arbeit, Energie, Erfindungsreichtum und manch seltenem Talent.

 

Wir alle sehnen uns nach dem Treffen in der großen Halle, und es wird kommen.

Deshalb sollten wir weiter machen, wie sich die Dinge auch entwickeln.

 

Stellen wir uns vor, unser Haus de Erde steht bereits:

Das Zuvor war Teil des Wegs. Das Morgen soll klar werden. Das Heute zum Edelstein zu meißeln, wer wollte da nicht den Hammer schwingen?

Da wir uns alle auf dem Weg finden ist Eines klar: es wird noch viel passieren.

 

Nichts in der Struktur des Gesamtmoleküls sollte vernachlässigt werden. Nebengebäude, Nebenprobleme gibt es nicht, wenn auch die Hauptader des Ganzen in der zentralen Halle des großen Hauses liegt.

Der Aufbau des Hauses der Erde entwickelt sich organisch.

Dennoch genügt er bestimmten Prinzipien und gehorcht einer Reihe von Festlegungen.

Über mehr muss man sprechen.

 

Struktur der Nebenhäuser

 

Die Nebenhäuser garantieren die Arbeit des Haupthauses und spiegeln die gemeinsamen Ziele. Ein Verhältnis der gegenseitigen Erhaltung wirkt.

Das zentrale Haus lebt Ideen, Kunst, feierliche Momente.

Die Nebenhäuser liefern die Voraussetzungen materieller und organischer Art.

Sie fungieren als Energiekonzentrationspunkte und ermöglichen durch ihre Aktivitäten die Arbeit des großen Hauses.

Das Ganze bleibt eine Einheit. Nur wenn jeder aktiv zu allen Häusern beiträgt funktioniert das ganze System – ansonsten verharrt es wie im Schlaf.

Die Funktionen der Nebenhäuser könnten wie folgt beschrieben werden, aber Strukturen entstehen organisch und es ließe sich je nach Gegebenheit konkretisieren. Über mehr muss man sprechen.

 

Nebenhaus 1   Nebenhaus 2

 

Lager Lebensgüter Technik

Küche Energie

Sanitär Hardware

medizinische Abteilung Kasse, Verwaltung

Forum Unterstützer Werkstatt, Transport

Projektregie Materiallager

Datenarchiv Kommunikation

Die Struktur weiter gedacht können wir überlegen, wie sich im Wassermolekül die Elektronen der O- und H-Atome mit ihren inneren und äußeren Schalen verhalten.

Struktur des großen Hauses

Wir haben gesehen, wie die Nebengebäude funktionieren, haben sie den aktuellen Erfordernissen angepasst und überlegt, welches unser eigener persönlicher Beitrag sein kann, die Dinge zu verbessern. Nun bekommt das Hauptgebäude seine Substanz.

 

 

 

Beim Betreten des Hauptgebäudes finden wir uns zuerst in der Diele. Das ist ein Vorraum mit Regalen, wo wir unser Gepäck und unsere Schuhe zurücklassen können.

 

Bevor wir die große Halle betreten, machen wir uns in der Diele noch einmal klar, warum wir gekommen sind:

um die Kraft der Erde zu spüren

um die Dinge besser zu machen

um eines Freundes Freund zu sein

um im Kleinen und Großen das All zu umarmen

um Aufgaben im Netzwerk zu finden

um Talente zu tauschen

um…

Mit all diesen Sehnsüchten betreten wir die große Halle des Hauses der Erde.

 

Nun und Hier schreiten wir nach unserer eigenen Art, überschreiten wir Grenzen, begreifen wir uns als Einzelne, als Gruppe und als ganzer Planet.

 

Dieses Haus ist Teil des großen Lieds. Voller Erwartung treten wir näher.

 

Der große Versammlungsraum

Wir betreten den großen Versammlungsraum.
Der Raum ist rund und voller Leben.
Irgendwo fast in der Mitte brennt eine Kerze.
Hat das Sauerstoffatom doch einen greifbaren Mittelpunkt?

Auf ins Getümmel. Lasst und fragen, antworten, bauen, neu anfangen.

Hier herrscht der Geist des Hauses der Erde – und alles ist möglich.

Hier atmen wir die Atmosphäre der ganzen Erde und des Kosmos. Jeder besitzt dafür seine eigenen Worte, seine eigene Melodie, seine eigene Würde.

 

Differenzierung im Innern

Das Haus der Erde öffnet seinen Freunden schließlich ganz neue Welten – wo sich die Träume und Visionen, die kraftvoll aus der großen Halle schallen, weiter entwickeln und lebendig werden können.

Stundenlang können wir hier sein, zuhören, hinschauen, mitreden. Hier scheint die Morgensonne, und wir können bleiben oder weiter wandern.

Von der großen Halle im Haupthaus aus gehen 7 Türen ab. Wir findenl:

1 einen Medienraum
Hier herrscht eine Arbeitsatmosphäre, wo wir mit Flipcharts, Bildschirmen, Tontechnik, Foto, Speicherung aller Art, Büchern, usw. arbeiten können.

 

2 einen Gesprächeraum
Viele Sitzgelegenheiten hat der Raum für meetings, es gibt Schreibgeräte, Platz für das Gästebuch, alle möglichen Kooperationsgelegenheiten.

 

3 einen Werkstattraum
Arbeitstische stehen bereit, um nach Plan Materialien zu bearbeiten. Diverse Werkzeuge gestatten Bearbeitung von Metallen, Holz, Papier usw.

 

4 einen Raum einer Initiativgruppe
Mitbringen oder mitnehmen oder beides, einfache Nahrung (Wasser, Obst, Brot) und ein offenes Ohr. Das große schwarze Brett der Probleme und Sorgen.


5 einen Musikraum

Instrumente stehen zur Verfügung, der Raum ist akustisch abgeschirmt, Aufnahmetechnik steht bereit.

 

6 einen Ruhe- und Körperraum
Ein Raum, in dem Stille herrscht, man kann sitzen, liegen, stehen.

 

7 einen verschlossenen Raum
diese Tür bleibt verschlossen, hier ist die Zukunft, die Vergangenheit, und das, was wir noch finden werden.

 

Öffnung in die Zukunft

Die große Halle und die sieben Räume kennen wir, und wenn auch die Nebenhäuser gesund sind befinden wir uns in den idealsten Tagen und wünschen sehnlichst, Gutes weiterzutragen. Unser Molekül für die Erde lebt.

Erreichen wir diesen Zenith auch nur an Zipfeln – welch ein Tag!

 

Die große Halle, die glücklichen Stunden des zusammen Findens und die Gewissheit unserer Freundschaft mit der Welt sind der Boden unserer Tage.

Nun, da wir auch die sieben Räume kennen gelernt haben, wollen wir immer weiter und kreativer spielen. Selbst gestalten wir neue Räume – und es zieht uns in den Garten.

Das Haus der Erde zeigt: es ist selbst ein lebendes Wesen.

Eines Tages überrascht es uns:

Wir entdecken einen versteckten Treppenaufgang.

Breite Stufen führen nach oben. Wohin führt wohl die gebogene Treppe?

Auf einem Schild mit Pfeil steht: „Zum Stockwerk der Wissenschaften und Künste“.

Fragen: Folgt auf den zweiten Stock ein dritter? Erwarten uns neue Gastgeber, Räume voller Abenteuer, Räume der ungekannten Ruhe, voller Musik, voller Gefühl, voller ungeahnter Inventionen? Wird es im Stockwerk der Wissenschaft, der Kunst, der Erkenntnis, Gold für uns regnen? Welche Sterne wird das Dachfenster zeigen?

Mit Visionen ist das so eine Sache, besonders wenn man sie mit anderen teilt – denn sie lassen sich naturgemäß nur schwer in Sprache gleich welcher Art bringen, seien es Thesen, Modelle, Musikstücke, Poesie.

Mögen unsere Visionen weiter blühen und Früchte tragen und Wellen werfen wie die Meere unserer kleinen blauen Erdenmurmel in der Abendsonne…

 

Ein Gedanke zu “Ein Haus für die Erde

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